Monoblock, der Film. Im Dorfkino Lögow

Monobloc

Monobloc, FSK 0 2021 ‧ Dokumentarfilm ‧ 1 h 30 min

Vorführungen: Do., 21., Fr., 22., Fr., 29.4., jeweils 19 Uhr. Eintritt 6 Euro, ermäßigt 3 Euro.

Auch das Dorfkino Lögow verfügt über einen "Monobloc". Er steht im Garten, seit Jahrzehnten, ist stark angegraut und sieht ziemlich schmuddelig-ungeputzt aus. Zur Vorführung wird der Garten-Monobloc grundgereinigt im Kinosaal einem glücklichen Besucher dienen - die Mutige zahlt keinen Eintritt. 

Der Monobloc gilt als meistverkauftes Möbelstück aller Zeiten. Weltweit soll es eine Milliarde Exemplare des stapelbaren, in Deutschland oft weißen Plastikstuhls geben. Für die einen bedroht er den guten Geschmack und ist eine enorme Gefahr für die Umwelt, für die anderen ist er der einzig erschwingliche Stuhl überhaupt. Grimme-Preisträger Hauke Wendler folgt den vielfältigen Spuren des Monoblocs von Europa über Nordamerika und die Slums in Brasilien bis in die Megastädte Indiens und die Savanne Ugandas. Er trifft Menschen, deren Leben vom Plastikstuhl geprägt sind und stellt dabei immer wieder die kühne Frage: Was braucht man eigentlich, um glücklich zu sein? Eine globalisierungskritische Objektgeschichte zwischen Funktionalität und Schönheit, Kapitalismus und Teilhabe, Konsum und Recycling.

Regie: Hauke Wendler

Kritiken

Keiner der im Film Vorkommenden lässt ein gutes Haar am Monobloc. Wenig bequem sei der Stuhl, viel zu wenig haltbar und vor allem Umweltverschmutzung. Was dieses Möbel für die Menschen in Entwicklungsländern bedeutet, ist offenbar keinem der willkürlich ausgewählten Passanten bewusst.

Hauke Wendler wurde mehrfach für seine Filme ausgezeichnet, unter anderem erhielt er 2017 den Grimme-Preis für seinen Film "Protokoll einer Abschiebung".

"So erzählt 'Monobloc' viel mehr als die Geschichte eines globalen Möbel-Phänomens. Es geht ums Genauer-Hinschauen, um das Hinterfragen einer eurozentristischen Weltsicht. Und dabei ist der Film überaus unterhaltsam." NDR

"Eignet sich ein Plastikstuhl als Hauptfigur eines Dokumentarfilms? Unbedingt, wenn er so wie der Monobloc eine Geschichte über die massive Ungerechtigkeit in der Welt erzählt." SZ

About the Author Andreas Hahm-Gerling

Webdesigner, Journalist. Forschte zu Murnau und Truffaut. Verfilmte ein Strawinsky-Ballett, schrieb für FR & Co. über Film und Beteiligte (lange her).

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